Fehlende Kontinuität: Bislang fanden die Kunsttage, wenn nicht jährlich, so doch regelmäßig alle zwei Jahre statt – und zwar jeweils für drei Wochen. Diese Regelmäßigkeit ist seit 2019 gestört: erst durch Corona, dann durch die Auflagen der Gemeinde. So mussten die für 2021 geplanten 27. Kunsttage entfallen. 2022 konnten immerhin die 28. Kunsttage stattfinden. Turnusgemäß wären zwei Jahre später, also 2024, die 29. Kunsttage dran gewesen. Aber die mussten wir wegen einer terminlichen Kollision mit den Ritterspielen in letzter Minute absagen.
Mangelnde Unterstützung: Das Schloss ist vor allem Sitz einer Realschule, was wir mit unseren Ausstellungen auch immer respektiert haben. Dennoch hat die Gemeinde sich im November 2023 bemüßigt gesehen, den Vorrang der schulischen Belange zu betonen und ein strenges Reglement im Hinblick auf andere Nutzungen des Schlosses zu erlassen. Demzufolge wären sich unsere Kunsttage und die Ritterspiele ins Gehege gekommen, denn die Ritter hätten rings ums Schloss noch am ersten Schultag nach den Sommerferien ihre Zelte abbrechen müssen, was offenbar den Schulfrieden gestört hätte. Deshalb wurden die Ritterspiele 2024 vorverlegt, und wir hatten das Nachsehen.
Verkürzung der Ausstellung: Auch in diesem Jahr hätten wir uns damit zufriedengeben müssen, dass unseren Kunsttagen bloß eine zweiwöchige Dauer zugestanden worden ist. Das aber wirft für die potenziell interessierten Künstler:innen verschärft die Frage auf, ob sich denn der Aufwand bzw. die Kosten angesichts der kurzen Zeit überhaupt lohnen.
Im Ergebnis führten diese Gründe dazu:
- dass sich für die Kunsttage bloß 36 Künstler:innen beworben haben – zu wenig, um daraus eine gehaltvolle Auswahl treffen zu können (in früheren Jahren gab es jeweils 150 bis 230 Bewerbungen)
- dass einige der bisherigen Sponsoren, die auf stetige Unterstützung bedacht sind, uns dieses Mal ihre Förderungen nicht gewährt haben, weshalb wir mit der Ausrichtung der Kunsttage ein gehöriges finanzielles Risiko eingegangen wären.
Ob es in Zukunft weiterhin zu Kunsttagen kommen wird oder ob eine jahrzehntelange Tradition damit an ein Ende gekommen ist – das steht in den Sternen. Auf jeden Fall wäre nötig: ein sorgsam inszenierter und auch lokalpolitisch getragener Neuanfang mit frisch motivierten Aktiven.
Dornum, 31.03.25, Vorstand und Orga-Team Kunstverein Dornum